Monthly Archives: März 2019


Rassismus in der Schweiz 2018

Der neue Rassismusbericht der GRA Stiftung gegen Rassismus und
Antisemitismus und der GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz thematisiert anlässlich
des Internationalen Tages gegen Rassismus rassistische Vorfälle des Jahres 2018. Zudem
beleuchten Experten in ihren Schwerpunktberichten die Themen Racial Profiling,
interreligiöser Dialog sowie Diskriminierungserfahrungen aus Minderheitenperspektive. Der
ganze Bericht und die Schwerpunktbeiträge sind auf www.rassismus.ch einsehbar.

Im vergangenen Jahr registrierten GRA und GMS in ihrer Chronologie mit 46 Vorfällen etwas mehr
rassistische Vorkommnisse als in den Vorjahren, die schweizweit von den Medien aufgenommen
wurden. Nicht in diesen Vorfällen enthalten sind allerdings die zahlreichen Fälle, welche nicht unter
das eigentliche Medienmonitoring fallen, GRA und GMS aber fast täglich gemeldet werden. Viele
dieser Vorfälle betreffen Hate Speech (Websites mit rassistischem Inhalt, Rassismus in Whatsapp-
Chats oder auf Social-Media-Profilen wie Facebook, Instagram oder Twitter), aber auch
Alltagsrassismus wie Beschimpfungen oder Benachteiligungen bei der Job- und Wohnungssuche.

Die Dunkelziffer von rassistischen Vorfällen in der Schweiz blieb auch im Jahr 2018 hoch. Die
wenigsten Zwischenfälle werden den zuständigen Stellen gemeldet und es wird auch selten Anzeige
erstattet. Ein thematischer Schwerpunkt lag 2018 somit bei der Sensibilisierung der Schweizer
Öffentlichkeit für das Problem Alltagsrassismus. GRA und GMS setzten mit ihrer nationalen Online-
Kampagne und der Neuinterpretation des «Schacher Seppli» ein hörbares Zeichen gegen jegliche
Form von Rassismus im Alltag.

Wie die Einschätzung 2018 im Detail aufzeigt und näher erläutert, kam es im Berichtsjahr im
Wesentlichen zu verbalem Rassismus im öffentlichen Raum und fremdenfeindlichen Vorfällen,
darunter auch Hate Speech von öffentlichen Personen auf ihren Social-Media-Profilen. Es wird gegen
Ausländer, Dunkelhäutige, Muslime, Juden sowie Homosexuelle gehetzt.

Die frühzeitige Prävention und Aufklärung an Bildungsinstitutionen, aber auch Zivilcourage sowie klare
politische Statements bleiben unabdingbar bei der wirksamen Bekämpfung von Rassismus und
Rassendiskriminierung.

Wichtige Themen bleiben Racial Profiling, interreligiöser Dialog als Rassismusprävention und
Diskriminierungserfahrungen aus Minderheitenperspektive. Ausgewählte Experten haben sich zu
diesen Themen geäussert; die Beiträge sind nebst dem jährlichen Überblick über rassistische
Zwischenfälle unter folgendem Link zu lesen: www.rassismus.ch