{"id":2148,"date":"2018-11-09T10:09:32","date_gmt":"2018-11-09T09:09:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gms-minderheiten.ch\/?p=2148"},"modified":"2018-11-09T11:19:21","modified_gmt":"2018-11-09T10:19:21","slug":"medienmitteilung-warum-die-gesellschaft-minderheiten-in-der-schweiz-gms-und-die-stiftung-gegen-rassismus-und-antisemitismus-gra-die-selbstbestimmungsinitiative-der-svp-ablehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.gms-minderheiten.ch\/fr\/medienmitteilung-warum-die-gesellschaft-minderheiten-in-der-schweiz-gms-und-die-stiftung-gegen-rassismus-und-antisemitismus-gra-die-selbstbestimmungsinitiative-der-svp-ablehnen\/","title":{"rendered":"Medienmitteilung: Warum die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus GRA die Selbstbestimmungsinitiative der SVP ablehnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer der Entstehungsgeschichte dieser Initiative nachgeht, der weiss, was sie will: Sie richtet sich gegen die Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention (EMRK) und will die Schweiz aus dem Geltungsbereich der EMRK des Europarates herausl\u00f6sen. Das hat der Hauptinitiant, SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, best\u00e4tigt. Er sagt \u00abDie K\u00fcndigung der EMRK liegt in der Stossrichtung der Initiative.\u00bb. Damit w\u00fcrde die Schweiz sich von einer grossen zivilisatorischen Errungenschaft der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts verabschieden. Das darf auf keinen Fall geschehen! Die EMRK ist in den 65 Jahren ihres Bestehens zum vielleicht wichtigsten Instrument zum Schutz der Menschenrechte in Europa geworden. Dies ist insbesondere darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es ein Gericht gibt, das die Einhaltung der EMRK \u00fcberwacht: den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte, kurz EGMR, in Strassburg. Einzelpersonen, die sich als Opfer einer Menschenrechtsverletzung f\u00fchlen, k\u00f6nnen ihr Anliegen bis zum EGMR bringen.<\/strong><\/p>\n<p>Die EMRK sch\u00fctzt die individuellen Rechte eines jeden Menschen. Sie ist kein eigentliches Abkommen zum Schutz von Minderheiten oder Minderheitsangeh\u00f6rigen und kennt auch keine spezifischen Minderheitenrechte. Nichtsdestotrotz lassen sich aus den Individualrechten der EMRK zahlreiche Garantien ableiten, die auch f\u00fcr Angeh\u00f6rige von Minderheiten im Alltag von grosser Bedeutung sind und sie vor Eingriffen sch\u00fctzen, die gerade damit zusammenh\u00e4ngen, dass sie einer Minderheit angeh\u00f6ren. So sch\u00fctzt beispielsweise Art. 9 EMRK die Religionsfreiheit und damit auch die Rechte von Angeh\u00f6rigen religi\u00f6ser Minderheiten, ihre Religion zu leben und sich auch dazu zu bekennen. Das Recht auf Privatleben sch\u00fctzt auch das Recht, seine Lebens- und Wohnform selbst bestimmen zu k\u00f6nnen. Darum wird die Lebensweise von Fahrenden von der EMRK gesch\u00fctzt. Und das Diskriminierungsverbot sch\u00fctzt davor, dass jemand aufgrund seiner Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Minderheit, seiner Religion, seiner Herkunft, seiner Sprache oder \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden seine Rechte nicht gleich aus\u00fcben kann wie alle anderen.<\/p>\n<p>Die Mitgliedschaft der Schweiz im Europarat hat auch eine politische Bedeutung. Es geht darum, sich zu einem gemeinsamen europ\u00e4ischen Rechts- und Kulturraum zu bekennen und sich daf\u00fcr zu engagieren, in dem in ganz Europa die Menschenrechte gewahrt werden und jeder \u2013 namentlich Angeh\u00f6rige von Minderheiten \u2013 in W\u00fcrde leben kann.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden lehnen GMS und GRA die sogenannte Selbstbestimmungsinitiative der SVP ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer der Entstehungsgeschichte dieser Initiative nachgeht, der weiss, was sie will: Sie richtet sich gegen die Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention (EMRK) und will die Schweiz aus dem Geltungsbereich der EMRK des Europarates herausl\u00f6sen. Das hat der Hauptinitiant, SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, best\u00e4tigt. 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